Naturheilpraxis Winterthur
Autismus bei Erwachsenen
”Eigene Wahrnehmung, eigenes Tempo”
Autismus ist eine andere Art, die Welt wahrzunehmen
Autistische Menschen verarbeiten Reize, Sprache, soziale Signale und Veränderungen oft anders: detailreicher, intensiver und in einem eigenen Rhythmus. Viele Erwachsene erfahren erst spät von ihrem Autismus, oft nach Jahren der Anpassung und Erschöpfung.
Ich begleite autistische Menschen neurodiversitätsfreundlich. Es geht nicht darum, Autismus zu „behandeln“ oder dich passender zu machen. Es geht darum, Überlastung zu verringern, das Nervensystem zu entlasten und die körperlichen Faktoren zu stärken, die Energie und Wohlbefinden beeinflussen.
Mit dem Thema Burnout und Autismus habe ich mich 2018 in einer Weiterbildung in Zürich vertieft befasst.
In meiner Begleitung betrachten wir Autismus deshalb ganzheitlich. Wir erforschen:
- Wie verarbeitet dein Nervensystem Geräusche, Licht, Berührung und Menschen?
- Wo kostet dich Anpassung (Masking) besonders viel Kraft?
- Welche Rolle spielen Darm, Schlaf und Ernährung?
- Was hilft dir, nach einem Overload wieder ins Gleichgewicht zu kommen?
Autismus tritt oft zusammen mit ADHS auf, manchmal AuDHS genannt. Einen Überblick gibt die Seite Neurodivergenz, verwandt ist auch die besondere Reizverarbeitung bei Hochsensibilität.
Im Zentrum meiner Arbeit steht die körperorientierte psychologische Begleitung: Gemeinsam erforschen wir deine Emotionen und inneren Prozesse und nehmen wahr, wie sie sich in deinem Körper zeigen.
Beschwerden
- Reizüberflutung durch Geräusche, Licht, Gerüche oder viele Menschen
- Overload, Meltdown oder Shutdown nach intensiven Situationen
- Erschöpfung durch ständiges Anpassen und Maskieren
- Schwierigkeiten mit Übergängen und unerwarteten Veränderungen
Begleitsymptome
- Schlafprobleme
- Verdauungsbeschwerden und Empfindlichkeit gegenüber Nahrungsmitteln
- Angst, innere Anspannung und Grübeln
- Brain-Fog und geistige Ermüdung nach sozialer Belastung
Autistischer Burnout
Viele autistische Erwachsene kennen Phasen tiefer Erschöpfung, in denen Fähigkeiten vorübergehend wegbrechen und Reize kaum noch auszuhalten sind. Auslöser ist oft jahrelanges Anpassen ohne genug Rückzug und Erholung.
Ein autistischer Burnout fühlt sich anders an als ein klassischer Burnout. Erholung braucht hier vor allem Entlastung: weniger Reize, weniger Anpassung, mehr Raum für eigene Bedürfnisse. Hält die Erschöpfung trotz Entlastung an und verschlechtert sich der Zustand nach kleinen Belastungen, lohnt sich auch der Blick auf ME/CFS.
Doch was könnte dahinterstecken?
Autismus ist eine neurologische Entwicklungsvariante und keine Krankheit. Gleichzeitig können körperliche Faktoren die Belastung verstärken und lassen sich gezielt unterstützen.
Mögliche Zusammenhänge können sein:
- Ein schnell aktiviertes Nervensystem mit langen Erholungszeiten
- Belastungen der Darm-Hirn-Achse und des Mikrobioms
- Nährstoffmängel (z. B. Eisen, Vitamin D, Omega-3, B-Vitamine), oft durch eine eingeschränkte Lebensmittelauswahl
- Ein verschobener Schlaf-Wach-Rhythmus (Melatonin)
- Dauerstress durch Anpassung und Reizüberlastung
- Früh geprägte Stressmuster, die unbewusst weiterlaufen
Wichtig ist: Es geht nicht darum, deine Art zu verändern, sondern Überlastung zu verringern und Ressourcen zu stärken.
Was dein System früh gelernt hat
Die autistische Wahrnehmung bringst du mit. Wie viel Anpassung du gelernt hast und wie sicher sich dein Körper heute fühlt, haben auch frühe Erfahrungen mitgeprägt. Wie stark dich Belastungen heute treffen, hängt auch davon ab, worauf dein Nervensystem früh eingestellt wurde. Frühe Bindungs- und Entwicklungserfahrungen legen Reaktionsmuster an, die unbewusst weiterlaufen: Anspannung halten, Bedürfnisse zurückstellen, Gefahr früh wittern.
Diese Muster liegen nicht im Denken, sondern im Unterbewusstsein und im Körper. Wegdenken lassen sie sich nicht, aber wahrnehmen, verstehen und Schritt für Schritt regulieren. Genau da setzt meine ganzheitliche Prozessarbeit an.
Meine Begleitung
1. Umfassende Standortbestimmung
- Anamnese und Erstgespräch (bei Bedarf auch verkürzt möglich)
- Betrachtung von Reizverarbeitung, Stressmustern, Lebensstil und emotionalen Faktoren
2. Integrative Labordiagnostik
Je nach Fragestellung:
- Stuhl (Darm-Mikrobiom)
- Blut (Eisen, Vitamin D, Omega-3, Mineralstoffe)
- Urin (Neurotransmitter, KPU/HPU-Stoffwechselstörung)
- Speichel (Melatonin-Nachtprofil, Cortisol-Tagesprofil)
3. Auswertung und individueller Plan
- Besprechung der Ergebnisse
- Individuelle Zusammenstellung eines strukturierten Vorgehens
Mögliche Bausteine:
- Regulation des Nervensystems, etwa über den Vagusnerv
- Darmaufbau
- Gezielte Vitamine und Mineralstoffe
- Reiz- und Energiemanagement im Alltag
- Schlafrhythmus stabilisieren
Begleitdauer der Supplementierung in der Regel 3-6 Monate.
4. Körperorientierte psychologische Begleitung
Im Herzstück der Begleitung arbeiten wir körperorientiert und psychologisch zugleich. Klare Absprachen, ein ruhiger Rahmen und dein Tempo stehen dabei im Vordergrund.
Parallel zur biologischen Stabilisierung:
- Sitzungen à 1.5 Stunden alle zwei Wochen, online per Zoom
- Erforschung von Emotionen und inneren Prozessen
- Regulation des Nervensystems nach Overload und Shutdown
- Traumainformierte, körperorientierte Begleitung
- Erlaubnis für die eigene Art, ohne Anpassungsdruck
5. Verlaufskontrolle
- Nachtestung mittels Labordiagnostik nach etwa drei Monaten
- Anpassung der Massnahmen bei Bedarf
Labordiagnostik für Zuhause
Autismus lässt sich nicht im Labor feststellen. Gut messbar ist dagegen, was die Belastung zusätzlich verstärken kann: das Darm-Mikrobiom, die Versorgung mit Vitamin D und Omega-3, das Gleichgewicht der Botenstoffe und der Rhythmus des Schlafhormons.
Die Testsets kommen per Post zu Dir nach Hause, Du nimmst die Probe selbst ab und schickst sie ein. Die Ergebnisse erhältst Du innert maximal 14 Tagen per E-Mail. Bei den Bluttests genügt Kapillarblut aus der Fingerbeere, eine Blutentnahme aus der Vene ist dafür nicht nötig.
Mikrobiom Mini (Bakteriom + Mykobiom)
Diversität, Enterotyp, relevante Bakterien, Hefen und funktionelle Gruppen
Omega-3 und 6 Fettsäuren
Omega-3-Index und das Verhältnis der Fettsäuren zueinander
Neurotransmitter Plus
Antreibende und beruhigende Botenstoffe im Verhältnis
Häufige Fragen
Nein. Eine Autismus-Abklärung machen Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie sowie spezialisierte Fachstellen. Meine Begleitung ist mit oder ohne Diagnose möglich, auch wenn du dich im Thema wiedererkennst und herausfinden möchtest, was dir guttut.
Ein Zustand tiefer Erschöpfung, in dem Fähigkeiten vorübergehend wegbrechen und Reize kaum noch auszuhalten sind. Er entsteht oft nach Jahren des Anpassens und Maskierens ohne genug Rückzug. Erholung braucht vor allem Entlastung: weniger Reize, weniger Anpassung, mehr Raum für eigene Bedürfnisse.
So wird es manchmal genannt, wenn Autismus und ADHS gemeinsam auftreten. Das ist häufig der Fall. Beides kann sich gegenseitig verstärken oder überdecken, etwa wenn das Bedürfnis nach Routine auf eine schnelle Ablenkbarkeit trifft.
Ja, die Begleitung läuft online per Zoom, also aus deiner vertrauten Umgebung. Für viele autistische Menschen ist das entlastend. Auf Wunsch sind Sitzungen auch in Winterthur möglich.
Laborwerte öffnen Türen, mehr nicht
Laborwerte können entlasten, wo der Körper zusätzlich Kraft kostet. Deine Wahrnehmung bleibt deine. Laborwerte können Türen öffnen. Sie zeigen, wo etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist, wo der Körper nach Unterstützung ruft.
Aber sie erzählen nie die ganze Geschichte. Denn du bist mehr als Biochemie: du bist Energie, Erfahrung, Lebendigkeit.
Wenn wir das anerkennen, beginnt echte Begleitung.
Deshalb steht die Labordiagnostik bei mir nie allein. Sie ist ein Teil der ganzheitlichen Begleitung, in der wir Körper, Nervensystem und emotionale Prozesse zusammen betrachten.