Organische Säuren im Urin: der Blick in den Energiestoffwechsel
Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, das Gefühl, ständig über der eigenen Kraft zu leben: Bei diesen Beschwerden ist die übliche Diagnostik meist unauffällig. Blutbild, Entzündungswerte und Schilddrüse sind in Ordnung, und trotzdem stimmt etwas nicht.
Organische Säuren sind Zwischen- und Abbauprodukte des Stoffwechsels, die über den Urin ausgeschieden werden. Staut sich eines dieser Zwischenprodukte an, stockt der Stoffwechsel an genau dieser Stelle, meist weil dem zuständigen Enzym ein Cofaktor fehlt: ein B-Vitamin, Magnesium, Mangan, Carnitin oder Coenzym Q10.
Das macht die Untersuchung so brauchbar. Sie misst nicht einfach Spiegel, sondern zeigt, ob der Körper mit dem arbeiten kann, was er hat, also die Funktion. Aus dem Muster der 24 Säuren ergibt sich, wo im Ablauf es klemmt und welche Bausteine fehlen, statt auf Verdacht zu supplementieren.
Es braucht dafür nur eine Portion Morgenurin. Ausgewertet wird das Profil vom deutschen Fachlabor biovis Diagnostik.
Wann ist das Profil sinnvoll?
- anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung ohne fassbaren Befund
- Burnout, geringe Stressresistenz, Erschöpfung nach langer Belastung
- Brain Fog und Konzentrationsprobleme
- Verdacht auf eine mitochondriale Schwäche, etwa bei CFS/ME
- anhaltende Beschwerden nach Infekten
- Verdacht auf B-Vitamin-Mangel trotz guter Ernährung
- einseitige Ernährung, Diäten, längeres Fasten
- Darmbeschwerden mit Verdacht auf eine Dysbiose oder Pilzbelastung
- unter Statinen, wegen des Coenzym-Q10-Bedarfs
- bevor gezielt supplementiert wird, statt nach Giesskannenprinzip
Passt der Befund zum Bild einer Energieschwäche, findest Du unter Mitochondrien-Medizin und Erschöpfung/CFS die dazugehörige Begleitung.
Was wird untersucht?
Das Komplettprofil umfasst 24 organische Säuren. Aussagekräftig sind dabei besonders die Verhältnisse zwischen ihnen, etwa Laktat zu Pyruvat.
Energiegewinnung und Mitochondrien
- Pyruvat und Laktat: Pyruvat ist das Endprodukt des Zuckerabbaus und muss in die Mitochondrien gelangen. Staut es sich, weicht der Körper auf die anaerobe Verbrennung aus und Laktat steigt. Beides zusammen zeigt, wie gut die Energiegewinnung mit Sauerstoff funktioniert, und deutet auf fehlende Cofaktoren wie Vitamin B1, B2, B3, B5 oder α-Liponsäure hin.
- Zitronensäurezyklus: Citrat, cis-Aconitat, Isocitrat, α-Ketoglutarat, Succinat, Fumarat und Malat. Aus dem Muster wird ablesbar, an welcher Stelle der zentrale Energiekreislauf gebremst ist und welche Cofaktoren fehlen (u. a. Magnesium, Mangan, Vitamin B12, B2, B3).
- 3-Hydroxy-3-Methylglutarat (HMG): Vorstufe von Cholesterin und Coenzym Q10. Erhöhte Werte sprechen dafür, dass in den Mitochondrien zu wenig Q10 zur Verfügung steht, besonders relevant bei Einnahme von Statinen.
- β-Hydroxybutyrat: ein Ketonkörper und damit ein Hinweis darauf, dass die Zellen auf Fett als Energiequelle ausweichen, etwa bei kohlenhydratarmer Kost, Fasten oder Insulinresistenz.
Fettsäureverwertung
- Adipinsäure, Suberinsäure und Ethylmalonsäure: Diese Dicarbonsäuren entstehen, wenn Fettsäuren nicht richtig in die Mitochondrien gelangen oder dort nicht verbrannt werden. Typische Ursachen sind ein Mangel an Carnitin, das die Fettsäuren transportiert, oder an Vitamin B2.
Vitaminstoffwechsel und Methylierung
- Methylmalonsäure: der funktionelle Marker für Vitamin B12. Sie staut sich an, sobald B12 fehlt, oft früher, als der Blutspiegel es zeigt.
- Xanthurensäure: zeigt einen Vitamin-B6-Mangel an. B6 wird unter anderem für den Tryptophan-Abbau und für die Bildung von Dopamin, Noradrenalin und GABA gebraucht.
- α-Ketoisovaleriansäure: fällt beim Abbau der verzweigtkettigen Aminosäuren an und steigt bei verschiedenen Vitaminmängeln.
- Methylierungskapazität und Folsäurebedarf: Aus dem Zusammenspiel dieser Marker lässt sich ableiten, ob die Methylierung ausreichend versorgt ist.
Neurotransmitter-Abbau und Stress
- Vanillinmandelsäure: Abbauprodukt von Adrenalin und Noradrenalin
- Homovanillinsäure: Abbauprodukt von Dopamin
- 5-Hydroxyindolessigsäure: Abbauprodukt von Serotonin
- Kynureninsäure: markiert den Tryptophan-Abbau bei B6-Mangel
Erhöhte Werte sprechen für ein aktuelles Stressgeschehen mit hohem Botenstoff-Umsatz. Erniedrigte Werte deuten dagegen auf ein erschöpftes System hin, wie es bei langem Dauerstress und Burnout vorkommt. Wer diesen Bereich genauer anschauen möchte, findet ihn im Neurotransmitter- und Tryptophan-Profil ausführlicher.
Darm und Dysbiose
- D-Arabinitol: Stoffwechselprodukt von Hefepilzen, ein Hinweis auf eine Candida-Belastung
- Hydroxybenzoesäure: entsteht durch coliforme Keime, Hinweis auf eine mikrobielle Überbesiedelung
- Citramalat: wird von anaeroben Bakterien gebildet, oft auffällig nach Antibiotika
Weil eine Dysbiose häufig mit Versorgungslücken einhergeht, ist dieser Teil des Profils für die Therapieplanung besonders wertvoll.
Organische-Säuren-Profil über meine Praxis bestellen
In meiner Naturheilpraxis biete ich die Möglichkeit, das Komplettprofil bequem als Urintest von zu Hause aus durchzuführen.
Für Kinder und Erwachsene
Preis: CHF 189.-
Bezahlung per Kreditkarte/Twint
Auswertung: ca. 10-14 Arbeitstage nach Einsenden per E-Mail
Organische-Säuren-Testset direkt bestellenVorgehen:
- Testset bestellen
- Probe sammeln: Sammle den Morgenurin gemäss der beiliegenden Anleitung. Die Probenentnahme ist von Montag bis Mittwoch möglich.
- Probe einsenden: Sende die Probe per A-Post mit dem vorbereiteten Umschlag an die Adresse in Zürich. Der Versand ist Montag, Dienstag oder Mittwoch möglich.
- Ergebnisse: Die Ergebnisse erhalte ich ca. 10-14 Arbeitstage später vom Labor aus Deutschland und werde sie Dir per E-Mail zukommen lassen.
Mögliche Bausteine nach dem Befund
- fehlende Cofaktoren gezielt ergänzen: B-Vitamine, Magnesium, Mangan, α-Liponsäure
- Carnitin und Coenzym Q10, wenn Fettverwertung und Atmungskette es nahelegen
- Ernährung an die gefundene Stoffwechsellage anpassen
- Darmtherapie mit Ernährungsumstellung, Prä- und Probiotika bei Dysbiose-Markern
- antimykotisches Vorgehen bei erhöhtem D-Arabinitol
- Stressregulation und realistische Belastungsdosierung statt Trainingsdruck
- Nachtestung nach etwa drei bis sechs Monaten
Gerade bei Erschöpfung ist die Reihenfolge entscheidend: Erst wenn klar ist, wo der Stoffwechsel stockt, ergeben Massnahmen wie Sport, Ernährungsumstellung oder Supplemente Sinn. Sonst kosten sie Energie, statt welche zu bringen.
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