Vaginales Mikrobiom testen: das Gleichgewicht der Scheidenflora

Die Scheidenflora ist ein eigenes kleines Ökosystem. Im Gleichgewicht wird sie von Laktobazillen beherrscht, die Milchsäure und Wasserstoffperoxid bilden. Das hält den pH-Wert niedrig und macht es Krankheitserregern schwer, sich anzusiedeln. Dieser Schutz ist keine Nebensache, sondern die eigentliche Abwehrleistung des Bereichs.

Gerät die Flora aus dem Lot, etwa durch Antibiotika, Hormonschwankungen, Stress, Sexualität oder zu gründliche Intimhygiene, übernehmen andere Bakterien. Typisch sind dann eine bakterielle Vaginose, wiederkehrende Pilzinfekte, Ausfluss, Geruch, Brennen oder Juckreiz. Behandelt wird oft nur der akute Infekt, während die Ursache, die geschwächte Schutzflora, bestehen bleibt. Genau daher kommen die Rückfälle.

Die Mikrobiom-Analyse zeigt deshalb nicht nur, ob ein Erreger da ist, sondern wie die Flora insgesamt aufgestellt ist: welcher Vagityp vorliegt, welche Laktobazillen dominieren und ob sie überhaupt genug Milchsäure und Wasserstoffperoxid bilden.

Ergänzend biete ich den klassischen vaginalen Abstrich an, wahlweise mit Aromatogramm: Dabei wird im Labor getestet, welche ätherischen Öle gegen die gefundenen Keime tatsächlich wirken. Die Probe nimmst Du zu Hause selbst, ausgewertet wird sie vom deutschen Fachlabor biovis Diagnostik.

Vaginales Mikrobiom testen, Scheidenflora und ätherische Öle

Wann sind diese Tests sinnvoll?

  • wiederkehrende Scheidenpilz-Infekte
  • wiederkehrende bakterielle Vaginose
  • veränderter Ausfluss, unangenehmer Geruch
  • Brennen, Juckreiz oder Trockenheit
  • wiederkehrende Blasenentzündungen
  • bei Kinderwunsch und vor einer Kinderwunschbehandlung
  • in und nach den Wechseljahren, wenn die Schleimhaut dünner wird
  • nach einer Antibiotikatherapie
  • als Verlaufskontrolle nach dem Aufbau der Flora

Bei akuten starken Beschwerden, Fieber, Unterbauchschmerzen, Blutungen ausserhalb der Regel oder in der Schwangerschaft gehört die Abklärung in gynäkologische Hände. Diese Tests ergänzen die ärztliche Untersuchung, sie ersetzen sie nicht.

Was wird untersucht?

Vaginales Mikrobiom (CHF 199.-)

  • Diversität: Anders als im Darm ist im Vaginalbereich eine geringe Vielfalt das Ziel. Eine hohe Diversität spricht hier für ein gestörtes Milieu.
  • Vagityp: die Einordnung in einen der typischen Grundtypen der Scheidenflora, je nachdem welche Laktobazillenart dominiert oder ob eine gemischte anaerobe Flora vorherrscht
  • Dominante Laktobazillenflora: welche Arten den Ton angeben. Sie unterscheiden sich deutlich in ihrer Schutzwirkung und ihrer Stabilität.
  • H2O2- und Milchsäurebildung: die eigentliche Schutzleistung der Flora. Sie entscheidet darüber, wie sauer das Milieu bleibt und wie gut es unerwünschte Keime abwehrt.
  • Anaerobe Begleitflora: Bakterien, die ohne Sauerstoff wachsen und sich ausbreiten, sobald die Laktobazillen schwächeln
  • Vaginose-assoziierte Bakterien: die Keime, die typischerweise hinter einer bakteriellen Vaginose stehen
  • Candida: die Hefepilzbelastung, oft der Grund für wiederkehrenden Juckreiz und Brennen

Dieses Profil beantwortet die Frage nach dem Zustand der Flora. Es ist die Wahl, wenn Beschwerden immer wiederkommen und Du wissen möchtest, warum der Schutz nicht hält.

Abstrich vaginal (CHF 135.-)

  • Abstrich auf Bakterien: die kulturelle Untersuchung auf krankmachende Keime
  • Candida spec. (vaginal, Hybridisierung)
  • Gardnerella spec. (vaginal, Hybridisierung): Leitkeim der bakteriellen Vaginose
  • Trichomonas spec. (vaginal, Hybridisierung): ein Parasit, der sexuell übertragen wird

Hier geht es um die Erregerfrage: Was ist da, und muss es behandelt werden? Das ist der direktere Weg, wenn aktuell Beschwerden bestehen und eine gezielte Behandlung ansteht.

Abstrich vaginal inklusive Aromatogramm (CHF 159.-)

Derselbe Abstrich wie oben, ergänzt um das Aromatogramm. Für 24 Franken mehr bekommst Du damit nicht nur die Erreger, sondern auch die passende Behandlungsstrategie mit ätherischen Ölen.

Testsets über meine Praxis bestellen

In meiner Naturheilpraxis biete ich alle drei Untersuchungen an. Die Probenahme erfolgt zu Hause mit dem beiliegenden Abstrichtupfer.

Für Frauen und Mädchen ab der Pubertät

Bezahlung per Kreditkarte/Twint

Auswertung: ca. 10-14 Arbeitstage nach Einsenden per E-Mail

Vaginales Mikrobiom

Vaginalabstrich

Zustand der Flora: Diversität, Vagityp, Laktobazillen, Schutzleistung, Vaginose-Bakterien und Candida

CHF 199.- Bestellen

Abstrich vaginal

Vaginalabstrich

Erregerfrage: Bakterien, Candida, Gardnerella und Trichomonas

CHF 135.- Bestellen

Abstrich vaginal inkl. Aromatogramm

Vaginalabstrich

Derselbe Abstrich, dazu die Prüfung, welche ätherischen Öle gegen die gefundenen Keime wirken

CHF 159.- Bestellen

Was ist ein Aromatogramm?

Ein Aromatogramm ist das Gegenstück zum Antibiogramm, nur mit ätherischen Ölen statt Antibiotika. Es beantwortet die Frage: Welches Öl wirkt gegen genau die Keime, die bei Dir gefunden wurden?

Im Labor werden die Erreger aus der Probe isoliert und auf einem Nährboden ausgestrichen. Darauf kommen kleine Plättchen, die mit verschiedenen ätherischen Ölen getränkt sind. Im Brutschrank wächst ein dichter Keimrasen. Wirkt ein Öl gegen den Erreger, bleibt rund um sein Plättchen eine keimfreie Zone, der sogenannte Hemmhof. Je grösser dieser Hof, desto wirksamer das Öl. Ab einem Hemmhof von mehr als 10 gilt ein Öl als wirksam.

Das Labor liefert dazu eine Interpretation, einen Rezepturvorschlag und Bezugsquellen. Bei Scheideninfektionen kommen die Öle typischerweise als Zäpfchen oder Salbe zum Einsatz.

Warum ätherische Öle?

  • Keine klassische Resistenzbildung: Ätherische Öle greifen die Hülle der Bakterien an und verändern teils sichtbar ihre Form. Gegen diese Wirkmechanismen entwickeln Bakterien keine Resistenzen, was sie zur Ergänzung oder Alternative macht, wenn Antibiotika nicht mehr greifen.
  • Das ganze Öl wirkt besser als der Einzelstoff: Beim Thymianöl macht das schwach wirksame p-Cymen die Bakterienmembran erst durchlässig, sodass das stark keimtötende Carvacrol eindringen kann. Isolierte Inhaltsstoffe verlieren dieses Zusammenspiel.
  • Störung der Absprache unter Keimen: Einige Öle unterminieren das sogenannte Quorum sensing, mit dem Bakterien ihren Angriff koordinieren, und wirken der Bildung von Biofilmen entgegen.
  • Sinnvoll gerade bei Mischinfektionen: Ist nur eine Bakterienart beteiligt, genügen oft allgemeine Empfehlungen. An einer Vaginitis sind aber meist mehrere Arten beteiligt. Dann lohnt es sich, die Erreger nachzuweisen und ihre Empfindlichkeit gegenüber den Ölen einzeln zu prüfen.

Zu den besonders aktiven Ölen zählen unter anderem Lemongras-, Teebaum-, Manuka- und Thymianöl. Welches davon in Deinem Fall passt, entscheidet nicht die Liste, sondern der Hemmhof im Aromatogramm.

Vorgehen:

  1. Testset bestellen
  2. Probe sammeln: Nimm den Abstrich zu Hause gemäss der beiliegenden Anleitung. Sinnvoll ist ein Zeitpunkt ausserhalb der Regelblutung; verzichte 24 Stunden vorher auf Vaginalcremes, Zäpfchen, Spülungen und Geschlechtsverkehr.
  3. Probe einsenden: Sende die Probe per A-Post mit dem vorbereiteten Umschlag an die Adresse in Zürich. Der Versand ist Montag, Dienstag oder Mittwoch möglich.
  4. Ergebnisse: Die Ergebnisse erhalte ich ca. 10-14 Arbeitstage später vom Labor aus Deutschland und werde sie Dir per E-Mail zukommen lassen.

Mögliche Bausteine nach dem Befund

  • Aufbau der Laktobazillenflora, oral und lokal
  • Milieu unterstützen statt bekämpfen: weniger Intimhygiene, keine Spülungen, milde Pflege
  • ätherische Öle gemäss Aromatogramm, etwa als Zäpfchen oder Salbe
  • Darmflora mitbehandeln, weil der Darm ein Reservoir für die Scheidenflora ist
  • Östrogenlage und Schleimhautaufbau beachten, besonders in den Wechseljahren
  • ärztliche Behandlung und Mitbehandlung des Partners bei Trichomonaden
  • Verlaufskontrolle nach einigen Monaten, damit der Aufbau überprüfbar wird

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